Geschichte

1468 Erste urkundliche Erwähnung des 100 Morgen umfassenden Hofs „Kregen Winkel“ in einem Berain (Amtsbuch).
1583 Burgvogt Adam Ginth wird mit dem Hof „Kreewinckhel“ belehnt. In der Lehensurkunde ist geregelt, dass er 100 Schafe halten und ein Wirtshaus betreiben darf.
1597 In einem weiteren Berain wird der „Kreewinkell“ Hof und Herberge genannt.
1673 Erste Erwähnung des Gutshofes nach dem Dreißigjährigen Krieg. Er war offensichtlich seitdem unbewirtschaftet.
1710 Um den ehemaligen Gutshof Grünwinkel bildet sich auf Veranlassung der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden eine Arbeiterkolonie mit 18 Familien und damit das Dorf Grünwinkel. Der Ort ist Zollstation.
1713 Bau einer Holzkapelle für Grünwinkel.
1714, 7. Sept. Die Gemeinden Bulach, Daxlanden und Grünwinkel schließen einen Vertrag, der den landarmen Einwohnern von Grünwinkel 80 Morgen Feld zusichert.
1759 Bau einer neuen Kapelle. Die heute noch existierende Albkapelle wird 1913 aus verkehrstechnischen Gründen an das rechte Hochufer der Alb versetzt.
1766 Erstmalige Erwähnung eines Lehrers, des Schulpräzeptors Valentin Gräser.
1784 Grünwinkel erhält eine eigene Gemarkung.
1798 Pflasterung der durch Grünwinkel verlaufenden Pappelallee, wobei sämtliche Bäume gefällt werden.
1807 Der ehemalige Gutshof mit Brauerei, Branntweinbrennerei und Fruchtessigfabrik sowie der „Badische Hof” sind im Besitz des Majors von Hornig. Im Ort gibt es eine Ziegelhütte.
1808 Bau des ersten Schulhauses für Grünwinkel.
1809 Grünwinkel kommt zum Amt Karlsruhe. Im Ort leben 216 Einwohner.
1812 Bei einem Brandunglück wird die Wirtschaft zum „Grünen Baum” zerstört. Wiederaufbau 1815.
1814 Die Bierbrauerei und Essigsiederei des Karl Maier, der 1811 den Besitz des Majors von Hornig erworben hat, brennen nieder.
1818 Das wieder aufgebaute Anwesen sowie die benachbarte Gastwirtschaft „Badischer Hof” geraten erneut in Brand.
1820 Infolge der häufigen Brand-Unglücksfälle erhält Grünwinkel zum ersten Mal eine Feuerspritze. Die Bierbrauerei und Essigsiederei Karl Maier werden Eigentum des Staatsrats Wilhelm Reinhard.
1837-1838 Schließung der Grünwinkler Schule wegen Lehrermangels. Die Kinder werden vom Daxlander Lehrer mitbetreut.
1849 Staatsrat Wilhelm Reinhard verkauft sein seit Beginn der 1830er Jahre an den Fabrikanten Anton Sinner verpachtetes Anwesen an dessen Sohn Georg Sinner.
1852 In Grünwinkel existieren außer der Sinner’schen Essigsiederei und Brandweinbrennerei sowie der Ziegelhütte folgende Gewerbebetriebe: eine Schreinerwerkstatt, zwei Schustereien, zwei Schneiderbetriebe, je eine Bäckerei und Metzgerei, ein Maurerbetrieb sowie drei Gaststätten.
1860 Bau eines neuen Rat- und Schulhauses für Grünwinkel.
1862 Gründung des „Turn- und Sportvereins”.
1865 Von den 423 Einwohnern sind 356 katholisch und 67 evangelisch.
1874 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Grünwinkel.
1884 Gründung des Gesangvereins „Liedertafel-Lyra”.
1885 Die seit dem Tod Georg Sinners von seinen Söhnen unter Leitung von Robert Sinner geführte Firma „Gesellschaft für Brauerei, Spiritus- und Presshefefabrikation vorm. Sinner” wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie entwickelt sich zu einer international operierenden Nährmittelfabrik.
1890 Eröffnung der Lokalbahn Karlsruhe – Durmersheim, die auch durch Grünwinkel fährt.
1909, 1. Jan. Eingemeindung von Grünwinkel nach Karlsruhe. Der Ort zählt 2.022 Einwohner.